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Gesamt Wuppertal - Politik |
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Wuppertaler Gewerkschaften empört über Bedingungen in der Leiharbeitsbranche
Landtagsabgeordnete müssen handeln
Datum der Veröffentlichung: 2008-12-18 |
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| Von Guido Grüning - DGB Region Bergisch Land |
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Die Wuppertaler Gewerkschaften sehen sich in ihrer jüngst geäußerten Kritik über die Zustände in der Leiharbeitsbranche bestätigt. Die Ergebnisse einer Studie, welches das Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes NRW in Auftrag gegeben hatte, dokumentieren die Teils skandalösen Bedingungen, unter denen die Betroffenen beschäftigt werden.
Danach handelt es sich bei Leiharbeit weniger um einen Jobmotor, wie vielfach zu hören sei, als vielmehr um eine vorübergehende Form der Erwerbstätigkeit. 68% aller beendeten Arbeitsverhältnisse dauerten weniger als drei Monate. Dazu Knut Giesler, Chef der IG Metall Wuppertal: "Hier wird deutlich, wie dringend der Gesetzgeber handeln muss. Insbesondere das abgeschaffte Synchronisationsverbot, nachdem es den Leiharbeitsfirmen untersagt war, die Mitarbeiter nur für die Zeit zu beschäftigen, in der sie verliehen sind, muss dringend wieder eingeführt werden".
Geradezu grotesk bezeichnet Dietmar Bell, Geschäftsführer der Gewerkschaft Ver.di, die Zustände bei der Entlohnung. "Die Beschäftigten der Leiharbeitsbranche bekommen durchschnittlich 46% weniger Gehalt als ihre festangestellten Kollegen. Und das bei gleicher Arbeit und einem ungleich höheren Risiko." Bell fügt hinzu: "Allein die Tatsache, dass die Einkommen in der Branche zwischen 1999 und 2006 um 7% gesunken sind, macht die Einführung eines Mindestlohns für die Leiharbeitsbranche unverzichtbar."
Genau diesen branchenbezogenen Mindestlohn lehnt der nordrheinwestfälische Arbeitsminister Laumann (CDU) ab. Bell fordert daher die Wuppertaler Landtagsabgeordneten Brakelmann und Ellinghaus (beide CDU) auf, sich beim Arbeitsminister für den Mindestlohn einzusetzen. "Die Leiharbeitnehmer in Wuppertal erwarten, dass sich endlich jemand für ihre Belange einsetzt. Wir sind sehr gespannt, ob sie mit der Unterstützung der Wuppertaler Abgeordneten rechnen können", so der Gewerkschafter.
Rolf Erler, Bezirksleiter der IG BCE beklagt darüber hinaus, dass sich Sinn und Zweck der Leiharbeit inzwischen ins Gegenteil verkehrt haben. Während Leiharbeit zur Bewältigung von Auftragsspitzen und Urlaubsvertretungen geplant war, entwickelt sich Leiharbeit zunehmend zum Dauereinsatz. Erler: "Entweder, der Gesetzgeber regelt, dass nach einem gewissen Zeitraum, z.B. nach sechs Monaten, für die gleiche Arbeit auch das gleiche Entgelt bezahlt wird, oder die Überlassungshöchstdauer muss begrenzt werden".
Guido Grüning vom DGB Bergisch Land koordiniert die gewerkschaftlichen Aktivitäten im Bereich der Leiharbeit. Unter der Internet-Adresse www.kontakt-leiharbeit.de können sich die Beschäftigten beraten lassen und bekommen wertvolle Informationen. Diese Angebote gelten auch für Betroffene, die nicht Mitglied einer DGB-Gewerkschaft sind.
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