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Uellendahl-Katernberg - Geschichte |
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Vergessen und Wiederentdeckt
Mirker Badeanstalt besteht seit dem 10.6.1851
Datum der Veröffentlichung: 2009-10-15 |
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| Von Heiner Mokroß - Förderverein Pro Mirke e. V. |
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Mit der Gründung des Fördervereines Pro Mirke kam auch die Frage nach der Geburtsstunde des Freibades Mirke auf. Am 4.10. berichtete Heiner Mokroß von seiner Spurensuche zur Geburtsstunde des Freibades Mirke in der Freibadgaststätte.
Im Internetlexikon Wikipedia findet sich eine Aufstellung der Wuppertaler Sportstätten, in der ein Erbaudatum um 1900 angegeben wird. Eine weitere Recherche im Internet liefert keine weiteren Informationen. Lediglich in einem Bericht des GMW zum Investitionsbedarf in Wuppertaler Bäder findet sich wieder das Datum 1900.
In 2001 hat Bernward Reineke in seinem gründlich recherchierten Buch Uellendahl - Historische Bilder erzählen, 1851 als Gründungsdatum für die Mirker Badeanstalt benannt. Eine Quellenangabe für dieses Datum fehlte. Herr Reineke verwies auf das 1863 erschienene Buch "Elberfeld und Barmen", in dem von der gut besuchten Badeanstalt an der nördlichen Grenze Elberfelds berichtet wird. Das Bad existierte also deutlich vor 1900. Auf Anfrage bestätigt Peter Keller, Leiter des Stadtbetriebes Sport & Bäder das Gründungsjahr und verweist auf eine Publikation zur Eröffnung der Schwimmoper aus dem Jahre 1957. Im Wuppertaler Stadtarchiv an der Friedrich-Engels-Allee lag diese Veröffentlichung vor. Als Quellenangabe war dort ein Inserat im Täglichen Anzeiger von 1851 angegeben, in dem durch W. Teschemacher die Eröffnung einer Schwimm- und Badeanstalt am 10.6. ankündigt. Im Stadtarchiv sind auch die Ausgaben dieser alten Tageszeitung gelagert und auf Mikrofilm lesbar. Das Inserat über die Schwimmbad-Eröffnung ist am 31.5. und am 1.6.1851 im Täglichen Anzeiger zu finden.
Somit befindet sich in der Mirke nachweislich eines der ältesten noch in Betrieb befindlichen Freibäder Deutschlands. Die Geschichte des Mirker Bades und seiner Schwimmfreunde umspannt somit einen Großteil der gesamten Schwimmgeschichte in Deutschland und leistet dabei einen erheblichen Beitrag. Erst 27 Jahre nach Gründung des Schwimmbades entsteht 1878 in Berlin der erste deutsche Schwimmverein. Der Schwimmstil Kraul ist noch nicht erfunden, Schwimmunterricht an Schulen findet noch nicht statt und die meisten Menschen sind Nichtschwimmer. Noch in 1930 können nur 3 % der deutschen Bevölkerung schwimmen. Mit Gründung des Elberfelder Schwimmclubs, den heutigen Wasserfreunden Wuppertal in 1883 und dem Schwimmverein "Poseidon" Elberfeld , den heutigem SSC Hellas Wuppertal von 1891 können zwei Vereine die Mirker Badeanstalt ihre Wiege nennen, die in späteren Jahren durch ihre Aktivitäten maßgeblich zur Bedeutung Wuppertals als Schwimm- und Wasserballhochburg beigetragen haben. 1887 ensteht am Brausewerth das erste Hallenschwimmbad in Elberfeld und 1897 wird in Elberfeld der Verband westdeutscher Schwimmvereine gegründet.
In Wuppertal sind nach dem 2. Weltkrieg die Wasserballer der Barmer Schwimmfreunde, Wasserfreunde Wpt. und Hellenen erstklassig. Wuppertal stellt in den 50er Jahren fast die komplette Nationalmannschaft und entschließt sich zum Bau der Schwimmoper. In der Werkszeitschrift der Wuppertaler Stadtwerke als damaliger Betreiber der Bäder wird stolz getitelt: "Das neue Stadtbad - ein Vorbild für die Welt". Mit Heinz Hoffmann finden die Schwimmer/innnen der Wasserfreunde Wuppertal zur Weltklasse und bis heute gibt es eine breite Basisarbeit und erstklassigen Schwimmsport in Wuppertal.
Die Basis dieser Entwicklung war immer die Grundidee, dass Kinder und Jugendliche das Schwimmen erlernen sollten, eine Aufgabe, die zunehmend an Aktualität gewinnt. Der Anteil der Kinder die nicht schwimmen können steigt wieder und mit ihr die Bewegungsarmut heranwachsender Generationen.
Fazit: Eine Schwimmkultur braucht Orte, an denen der Sport auf vielseitige Weise lebendig wird. Kultur kann in Vergessenheit geraten und verschwinden. Das Geburtsdatum der Mirker Badeanstalt wurde wiederentdeckt: 10.6.1851! Hoffentlich rechtzeitig, denn Wuppertal hat schon so manches Kulturgut verloren.
In der Reihe "Mirke-Treff" wird am 17.11., um 18 Uhr in der Freibadgaststätte "Haus Mirke" Herr Ralf Beckmann, sportpädagogischer Leiter des Heinz-Hoffmann-Leistungszentrums über die Entwicklung der Schwimmstile durch die Jahrhunderte referieren. Als Aktiver selbst deutscher Meister in der Rückendisziplin und als DSV-Schwimmdirektor 2001-2006 kann er wie kein anderer aus eigener Erfahrung berichten.
Interessierte und Freibadfreunde sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.
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