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Conrads(R)

29.09.2007, 10:28
 

Meine Meinung ist eine Meinung! Ist in Barmen ohne Moos nichts los? (Barmen)

Im kommenden Februar jährt sich Barmens Erhebung zur Stadt zum 200. Male. Damals, zu Napoleons Zeiten, wurden alle Orte mit mehr als 5.000 Einwohnern zu Städten hochgestuft. Ist das ein Anlass für eine große Fete? Nun sind 200 Jahre auch in der Geschichte Barmens eine kurze Zeitspanne, denn die erste Erwähnung von "de Barmon" reicht ins Jahr 1070 zurück. Ein rundes Feierdatum lässt sich daraus vorerst nicht ableiten. Da liegt die 400. Wiederkehr des Erhaltes des Stadtprivilegs an Elberfeld in 2010 schon näher. Aber darauf wollen die stolzen Barmer nicht warten und vorher auf ihr 200-jähriges anstoßen.

Andere seit 1929 zur Stadt Wuppertal gehörenden früher selbstständigen Orte haben in den vergangenen Jahren zünftig gefeiert. In 2000 blickte Cronenberg 950 Jahre zurück. 2004 wurden im Osten und ehemaligen Westfalen "700 Jahre Langerfeld" gefeiert und 2006 war "650 Jahre Vohwinkel" das Motto. Diese Stadtteile gaben mit ihrer vernetzten Organisation und Kreativität Steilvorlagen für "200 Jahre Stadt Barmen". Gemeinsames Handeln muss in "Wuppertal 2" erst noch erarbeitet werden, denn es gibt durch die politische Aufteilung in Barmen (mit Unterbarmen und Hochbarmen), Oberbarmen (mit Wichlinghausen und Nächstebreck), Heckinghausen (mit Heidt) und Langerfeld (mit Beyenburg) keine Identität und Organisationsstruktur. Allein auf die frühere "Gemarke" reduziert, ist Barmen Jubiläumsunfähig.



Ein zünftiges Fest ist ohne Geld nicht zu machen. Ich erinnere mich an meine Kindheit, als Opa und Oma erzählten: In Barmen wohnen die Armen, in Unterbarmen die Unterarmen und in Oberbarmen die Oberarmen. In Elberfeld, die haben Geld. Sieht man auf den letzten Armutsbericht, wird die uralte Weisheit bestätigt. Deshalb trug die Interessengemeinschaft City Barmen, sonst für "Barmen live" und den "Barmer Herbst" zuständig, die Bitte um finanzielle Unterstützung an die Stadt und die Wuppertal Marketing GmbH heran. Die Antworten sorgten für lange Gesichter. Das Stadtmarketing ist durch den Ende August stattfindenden NRW-Tag 2008 zum 62. Landesgeburtstag personell und finanziell vollkommen ausgelastet. WMG-Chef: Georg Sander: "Diese Großveranstaltung mit geschätzten 700.000 Besuchern ist eine einzigartige Gelegenheit, unsere Stadt von ihrer schönsten Seite zu präsentieren." Verstärkend hat die Stadtverwaltung beschlossen, auf andere Projekte und Fördermittel aus "Ab in die Mitte" zu verzichten. Eine entsprechende Aussage ärgert die Barmer. Hansjörg Finkentey vom Heidter Bürgerverein süffisant: "Typisch Stadtverwaltung: wasch mich, aber mach mich nicht nass! Immer auf Kosten anderer abstauben." Er bezieht sich auf eine vermeintlich neue Wuppertaler Tradition ist, dass die Politik Stadtwerbung zum Null-Tarif haben will. Beispiel NRW-Tag: die Kosten steuern auf eine Million Euro zu; das Land zahlt 300.000 Euro, die Stadt nichts. Der größere Teil muss von Sponsoren eingeworben werden. Oberbürgermeister Peter Jung sieht die angeworbenen Partner knapp vor der Überforderung und bedauert, wegen der schlechten Haushaltslage keine städtischen Gelder dafür ausgeben zu dürfen.

Und was passiert nun 2008 in Barmen? Eine große konzertierte Aktion mit Leistungsschau vieler Vereine, Gruppen, Gemeinden und Organisation ist (noch) nicht erkennbar. Da sind andere Stadtteile den Barmern um Längen voraus. Vor allem, weil sie ein regelmäßiges Miteinander pflegen und jahrelang vor einem Jubiläum wach werden.

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